StempelZeit – Zeiterfassung für Baustellen
Ratgeber

Zeiterfassung-App fürs Handwerk: wann sie sich lohnt und wann nicht

Vorweg, damit Sie nicht den ganzen Artikel brauchen: Eine native Zeiterfassung-App lohnt sich, wenn Sie einen lückenlosen Standortverlauf über den Arbeitstag, Push-Nachrichten oder NFC-Tags wirklich brauchen und die Firmenhandys zentral verwalten. Für die reine Standortprüfung im Moment des Stempelns reicht der Browser. In allen anderen Fällen ist eine Browser-Lösung schneller eingeführt und im Betrieb billiger, weil der Installations- und Update-Aufwand komplett entfällt. Dieser Vergleich rechnet beide Wege durch, inklusive Kosten für einen Betrieb mit 10 Mitarbeitern.

Handwerker in Arbeitskleidung hockt auf einer Baustelle und hält ein Smartphone in der Hand

Die drei Wege der digitalen Zeiterfassung im Handwerk

„Wir brauchen eine Zeiterfassung-App" ist meistens die Abkürzung für „wir wollen die Stundenzettel loswerden". Technisch stehen dafür drei Wege zur Verfügung, und nur einer davon ist tatsächlich eine App.

  • Native App aus dem Store. Wird auf jedem Handy installiert, hat vollen Zugriff auf GPS, Push-Nachrichten, Kamera und NFC.
  • Browser-Lösung. Läuft als Webseite im Handy-Browser, wird über einen persönlichen Link geöffnet und kann per „Zum Home-Screen hinzufügen" wie eine App aussehen.
  • Terminal im Betrieb. Ein Tablet oder Chip-Leser an der Werkstatttür, an dem sich alle beim Kommen und Gehen anmelden. Funktioniert nur, wenn der Arbeitstag tatsächlich im Betrieb beginnt und endet.

Im Handwerk fällt das Terminal für die meisten Betriebe schnell raus: Wer direkt zur Baustelle fährt, stempelt sonst zweimal am Tag umsonst quer durch die Stadt. Damit bleibt die eigentliche Frage: App oder Browser.

Was eine Zeiterfassung-App im Handwerk kostet

Die Lizenzkosten sind der sichtbare Teil. Der teurere Teil ist oft der Aufwand, den ein Betrieb ohne IT-Abteilung selbst trägt. Beispielrechnung für einen Betrieb mit 10 Mitarbeitern:

Posten Native App Browser-Lösung
Lizenz pro Jahr 480 bis 1.200 € (4 bis 10 € je Mitarbeiter und Monat) Ab 228 € (19 € pro Monat für den Betrieb)
Einführung 10 Installationen, Store-Zugänge, Berechtigungen 10 Links verschicken
Laufender Support Versionsstände, neue Geräte, Neuinstallation nach Handywechsel Entfällt weitgehend
Geräteanforderung Aktuelles Betriebssystem nötig Beliebiges Handy mit Browser
Kosten bei Personalwechsel Neue Installation, Altgerät bereinigen Link deaktivieren, neuen ausgeben

Der Sprung wird deutlich, sobald der Betrieb wächst: Bei Abrechnung pro Kopf verdoppelt sich die Lizenzgebühr mit der Mannschaft, bei einem Betriebspreis nicht. Die konkreten Pakete stehen in der Preisübersicht.

Zur Gratis-Frage: Kostenlose Zeiterfassung-Apps gibt es, sie sind aber fast immer auf einen einzelnen Nutzer ausgelegt oder finanzieren sich über Werbung. Für die Aufzeichnungspflicht nach §17 MiLoG braucht ein Betrieb nachvollziehbare, im Inland und in deutscher Sprache bereitgehaltene und zwei Jahre archivierte Daten. Was das genau heißt, steht im Ratgeber zum MiLoG-Nachweis.

Wann die native App die richtige Wahl ist

Es gibt klare Fälle, in denen eine App technisch überlegen ist. Wenn einer davon auf Ihren Betrieb zutrifft, ist die App nicht Overkill, sondern die passende Antwort.

  • Lückenlose GPS-Aufzeichnung. Wer den Standortverlauf über den Arbeitstag dokumentieren muss oder will, kommt an einer App kaum vorbei. Browser dürfen im Hintergrund keinen dauerhaften Standort abfragen. Rechtlich ist das allerdings ein eigenes Thema, siehe unten.
  • Automatisches Stempeln per NFC oder Beacon. Ein Tag am Baustellencontainer, an den der Monteur beim Betreten das Handy hält: Das funktioniert nur mit App.
  • Push-Nachrichten als Pflichtfeature. Wenn das Büro Auftragsänderungen in Echtzeit auf die Handys schieben will, ist die App zuverlässiger.
  • Vorhandene Geräteverwaltung. Wer schon Firmenhandys mit Mobile-Device-Management ausrollt, installiert eine App zentral und ohne Zusatzaufwand.
  • Zeiterfassung ist nur ein Modul. Manche Betriebe führen ohnehin eine Handwerkersoftware für Aufmaß, Angebote und Material ein. Dann ist die enthaltene Zeiterfassung oft die pragmatische Wahl, auch wenn sie als App kommt.

Wann die App zum Klotz am Bein wird

Die typischen Reibungspunkte tauchen nicht am ersten Tag auf, sondern im dritten Monat. Genau deshalb werden sie bei der Auswahl gern übersehen.

  • Die Installation dauert länger als geplant. Zehn Mitarbeiter sind zehn Einzelprojekte: Store-Zugang, Passwort vergessen, Speicher voll, Betriebssystem zu alt.
  • Versionen laufen auseinander. Nach einem halben Jahr hat der eine Version 2.4, der andere 2.1. Fehlerbilder lassen sich dann nicht mehr sauber nachvollziehen.
  • Handywechsel bricht die Kette. Neues Gerät heißt neue Installation, neuer Login, und bis das passiert ist, stempelt der Mitarbeiter nicht.
  • Gelöschte Apps fallen niemandem auf. Wer die App entfernt, erfasst keine Zeiten mehr. Bemerkt wird das oft erst bei der Lohnabrechnung.
  • Aushilfen und Subunternehmer. Für drei Wochen Einsatz eine Firmen-App auf einem fremden Handy zu installieren, will kaum jemand, und rechtlich sauber ist es auch nicht ohne Weiteres.

Die Alternative löst diese Punkte nicht durch bessere Software, sondern indem sie die Installation ganz streicht. Wie das praktisch aussieht, steht im Ratgeber zur mobilen Zeiterfassung im Handwerk.

Privates Handy, GPS und Datenschutz

Zwei Fragen kommen in jedem Betrieb auf, sobald die Zeiterfassung aufs Handy soll. Beide haben eine klare Antwort.

Darf der Chef die App auf dem Privathandy verlangen?

Einseitig anordnen kann er es nicht. Das private Gerät gehört dem Mitarbeiter, seine Nutzung für betriebliche Zwecke setzt eine Vereinbarung voraus. Praktisch heißt das: Der Betrieb muss eine Alternative bereitstellen, etwa ein Diensthandy, ein geteiltes Kolonnen-Gerät oder ein Terminal im Betrieb. Eine Browser-Lösung entschärft den Konflikt deutlich, weil nichts installiert wird und auf dem privaten Gerät keine Firmensoftware zurückbleibt.

Wie weit darf GPS gehen?

Eine punktuelle Standortprüfung im Moment des Stempelns lässt sich rechtfertigen, wenn sie erforderlich und für die Beschäftigten transparent ist. Eine dauerhafte Bewegungsaufzeichnung über den Arbeitstag ist etwas völlig anderes: Sie greift tief in Persönlichkeitsrechte ein, braucht eine tragfähige Rechtsgrundlage und in der Regel eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Gibt es einen Betriebsrat, ist die Einführung mitbestimmungspflichtig. Wer GPS nur einbaut, weil es im Funktionsvergleich gut aussieht, handelt sich ein Risiko ohne Gegenwert ein.

Unabhängig vom Weg gilt: Die Daten müssen nach §17 MiLoG im Inland und in deutscher Sprache bereitgehalten werden. Ein Anbieter, der ausschließlich außerhalb Deutschlands hostet, ist für Baubetriebe deshalb heikel.

Auswahl-Checkliste für den Betrieb

Diese sieben Fragen trennen im Verkaufsgespräch die passende Lösung von der beeindruckenden. Am besten mit der Bitte um eine Vorführung, nicht um eine Zusage.

  • Was passiert im Funkloch? Lassen Sie sich das Stempeln im Flugmodus zeigen, nicht erklären.
  • Wie lange dauert die Einführung pro Mitarbeiter? Alles über fünf Minuten skaliert im Alltag schlecht.
  • Was kostet der elfte Mitarbeiter? Preis pro Kopf oder pro Betrieb macht über drei Jahre einen erheblichen Unterschied.
  • Wo liegen die Daten? Für §17 MiLoG müssen sie im Inland und auf Deutsch bereitstehen.
  • Lässt sich eine Buchung nachträglich ändern, und sieht man das? Ohne Änderungsprotokoll ist der Nachweis bei einer Prüfung angreifbar.
  • Wie kommen die Stunden in die Lohnabrechnung? Ein Export, den das Lohnbüro direkt einlesen kann, spart mehr Zeit als jede Stempelfunktion.
  • Was passiert bei Personalwechsel? Zugang entziehen sollte eine Sache von Sekunden sein.

Weiterlesen:

Häufige Fragen zur Zeiterfassung-App im Handwerk

Welche Zeiterfassung-App eignet sich für Handwerksbetriebe?

Entscheidend ist weniger der Funktionsumfang als die Frage, wer die Geräte pflegt. Betriebe mit zentraler Geräteverwaltung und Bedarf an einem lückenlosen Standortverlauf fahren mit einer nativen App gut. Betriebe ohne eigene IT sind mit einer Browser-Lösung meist schneller am Ziel, weil nichts installiert und nichts aktualisiert werden muss.

Was kostet eine Zeiterfassung-App im Handwerk?

Übliche Preise liegen zwischen 4 und 10 € pro Mitarbeiter und Monat. Bei 10 Mitarbeitern sind das 480 bis 1.200 € im Jahr. StempelZeit startet bei 19 € pro Monat für den Betrieb statt pro Kopf und ist 30 Tage kostenlos testbar.

Gibt es eine kostenlose Zeiterfassung-App fürs Handwerk?

Kostenlose Apps gibt es, sie sind aber fast immer auf einen Nutzer ausgelegt oder finanzieren sich über Werbung. Für die Aufzeichnungspflicht nach §17 MiLoG braucht ein Betrieb nachvollziehbare, im Inland gespeicherte und zwei Jahre archivierte Daten. Das leisten Gratis-Apps in der Regel nicht.

Darf der Arbeitgeber eine Zeiterfassung-App auf dem privaten Handy verlangen?

Nein, nicht einseitig. Die Nutzung des privaten Geräts setzt eine Vereinbarung voraus, und der Arbeitgeber muss eine Alternative anbieten, etwa ein Diensthandy oder ein Terminal im Betrieb. Eine Browser-Lösung entschärft den Konflikt, weil keine Software installiert wird.

Ist GPS-Ortung in einer Zeiterfassung-App erlaubt?

Eine punktuelle Standortprüfung beim Stempeln kann zulässig sein, eine dauerhafte Bewegungsaufzeichnung über den Arbeitstag ist es in aller Regel nicht. Sie erfordert eine Rechtsgrundlage, eine Datenschutz-Folgenabschätzung und bei Betriebsrat dessen Mitbestimmung.

Erst ansehen, dann entscheiden

StempelZeit läuft im Handy-Browser, ohne Installation und ohne Preis pro Kopf. In der Live-Demo sehen Sie die Stempel-Ansicht und die Auswertung im Büro.